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Methodische Verfahrensweisen

Forschungs- und Evalutationsprojekte, die mit dem Ansatz der dokumentarischen Methode arbeiten, eint das Vorhaben, kollektive Orientierungen und Handlungsmuster zu rekonstruieren. Diese sind den AkteurInnen kognitiv kaum bewusst sind, strukturieren deren Praxis und Interaktionen jedoch grundlegend. Mit dem mehrstufigen Interpretationsverfahren der dokumentarischen Methode, das grundlegend auf dem Prinzip des Vergleichs und einem rekonstruktiven Vorgehen basiert, liegt eine Methode vor, dieses Wissen zu entziffern und den AkteurInnen explizit zu machen. Je nach Forschungsinteresse und -gegenstand stehen dabei verschiedene Verfahren der Datenerhebung zur Verfügung:


In Gruppendiskussionen werden Menschen, die über eine gemeinsame oder zumindest gleichartige Handlungspraxis und Erfahrungsbasis (z.B. innerhalb einer Organisation oder einer pädagogische Maßnahme) verfügen, zu einem selbstläufigen Diskurs angeregt, indem sie kollektive Erfahrungen und Orientierungen artikulieren. Auch ‚naturwüchsig' sich ergebende Interaktionen, z.B. im Unterricht, bei Teambesprechungen oder während Veranstaltungen, können aufgezeichnet und im Rahmen der dokumentarischen Gesprächsanalyse interpretiert werden.


Narrativ-autobiographische Interviews zielen auf die Lebensgeschichte einer Person. Die jeweils Befragten werden angeregt, diese in einer Stegreiferzählung frei zu erzählen. Diese Narrationen geben nicht nur Aufschluss über die individuelle Erfahrungsaufschichtung. Derartige Lebensgeschichten sind auch in die kollektiven Selbstverständlichkeiten von Milieus eingebunden.


In offenen Leitfadeninterviews werden Experten und Professionelle zu ihren Handlungsfeldern befragt. Die hier erhobenen Erzählungen geben Auskunft über die expliziten und impliziten Wissens- und Handlungsstrukturen.

 

Die teilnehmende Beobachtung zielt darauf, Handlungs-, Interaktions- und Organisationszusammenhänge in situ zu erforschen. Diese Erhebungsmethode eignet sich besonders dort, wo Gesprächs- oder Videoaufzeichnungen nicht möglich sind.

 

Bilder und Fotos wie Familienfotos, Werbeplakaten oder auch Internetauftritten bieten einen Zugang zu den nonverbalen, visuellen Aspekten der sozialen Welt. Eine besondere Form des Visuellen findet sich in Videos (Filme, Werbung etc.), die sowohl hinsichtlich ihrer Bildhaftigkeit als auch bezüglich der sequentiell erzählten Geschichten interpretiert werden.

 

Ein für die Evaluationsforschung wichtiger Gegenstand sind Dokumente, wie Akten, Redemanuskripte, Programme etc. Diese geben Aufschluss über implizite Wissensgeshalte und zentrale Orientierungen beispielsweise von Organisationen oder Institutionen.

 

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