Arbeit am Material – eine offene Forschungswerkstatt zur Dokumentarischen Methode
Beschreibung
Arbeit am Material – eine offene Forschungswerkstatt zur Dokumentarischen Methode
Mittwoch, 22. Juli 2026, 10-17.30 Uhr
Donnerstag, 23. Juli 2026, 10-17.30 Uhr
Ort: online
Dozierende: Dr. des. Katharina Papke (Pädagogische Hochschule Freiburg)
Dr. Silke Werner (Universität Zürich)
Forschungswerkstätten bilden im Kontext der Dokumentarischen Methode einen essenziellen Ort der Methodensozialisation, der kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen methodischen Arbeitsweise, der methodologischen Diskussion, der intensiven gemeinsamen Rekonstruktionsarbeit, des Feedbacks und der Vernetzung. Gearbeitet und diskutiert wird u.a. an Projektskizzen, Interpretationsvorlagen, Entwürfen von Typenbildungen, aber auch an Ergebniskapiteln oder Artikelentwürfen. Faszinierend ist dabei immer wieder, dass Forschungswerkstätten durch den konjunktiven Erfahrungsraum der Dokumentarischen Methode auch über einen Fachfokus hinaus zu einem Verstehen führen. Entsprechend ist diese Forschungswerkstatt thematisch offen konzipiert. Methodisch soll dabei der Fokus auf der Auswertung von Interviews, Gruppendiskussionen und Videografien (samt Fotogrammen) liegen, eine Bildanalyse ist nach Rücksprache mit den Dozentinnen auch denkbar.
Zielgruppe der offenen Werkstatt sind Forschende wie auch Master-Studierende, die an der eigenen Hochschule nicht an eine Forschungswerkstatt angeschlossen sind - und solche, die daran interessiert sind über die eigene Forschungswerkstatt hinaus, die Arbeitsweisen anderer kennenzulernen. Ein Grundlagenwissen zur Dokumentarischen Methode wird hierbei vorausgesetzt.
Die Werkstatt ist als zweitägige Online-Veranstaltung konzipiert. Dazu wird es am ersten Tag zunächst ein Kennenlernen geben, um eine gemeinsame Arbeitsbasis zu schaffen. Im Anschluss erfolgt ein kurzer Input zum Thema der Arbeitsweisen in Dokumentarischen Forschungswerkstätten, ehe die Arbeit am Material der Teilnehmer:innen ins Zentrum rückt. Pro Vorlage wird 2 bis 2.5 Stunden in der Gruppe am jeweiligen Material gearbeitet - bei ca. zwei Vorlagen pro Veranstaltungstag. Zudem wird es Zeitfenster geben, in denen alle offen über aktuelle Herausforderungen der eigenen Arbeit sprechen und diesbezüglich Feedback einholen können (auch ohne Vorlage). Die Zahl der Teilnehmer:innen ist auf 15 begrenzt; für etwa 4 besteht die Möglichkeit, eine eigene Vorlage einzubringen.
Wenn Sie eigenes Material einreichen möchten, wenden Sie sich bitte vor der Anmeldung an katharina.papke@ph-freiburg.de oder swerner@ife.uzh.ch.
Insofern bereits möglich: Skizzieren Sie kurz in welcher Form (Projektskizze, Interpretationsvorlage, Entwurf einer Typenbildung, Ergebniskapitel, Artikelausschnitt etc.) Sie eine Vorlage einreichen möchten und welche Ziele Sie damit verfolgen. Falls sich mehr Personen auf das Einbringen einer Vorlage bewerben, als Plätze vorgesehen sind, werden die Dozentinnen eine Auswahl treffen, die ein möglichst breites Spektrum widerspiegelt. Falls Sie ausgewählt wurden, reichen Sie bitte bis zum 24. Juni 2026 Ihre definitive Vorlage ein (max. 10 Seiten inkl. Fragen und Anliegen für den Workshop).
Informationen zu den Vorlageformaten:
- Die Vorlage einer Projektskizze sollte beinhalten: eine Vorstellung des Vorhabens mit theoretischem und empirischem Hintergrund sowie Sampling bzw. Datenkorpus, eine Beschreibung des geplanten Auswertungsvorgehens sowie Fragen an die Gruppe.
- Eine Interpretationsvorlage sollte beinhalten: ein kurzes Abstract zum Forschungsvorhaben, Informationen zum Fall/zu den Fällen, Transkript/e einer/mehrerer Passage/n, formulierende und reflektierende Interpretation der Passage/n plus ggf. eine komparative Analyse (samt Transkript) oder eine Übersicht zu weiteren Auswertungen (zentrale Ergebnisse im Überblick) sowie Fragen an die Gruppe.
- Eine Vorlage zur Typenbildung sollte beinhalten: ein kurzes Abstract zum Forschungsvorhaben, Vorstellung der (vorläufigen) Typenbildung mit Tertium Comparationis und Dimensionen sowie der Typen anhand von ausgewählten Illustrationspassagen in komparativer Darstellung, Fragen an die Gruppe.
- Eine Vorlage zur Ergebnisdarstellung sollte beinhalten: ein kurzes Abstract zum Forschungsvorhaben, Ergebniskapitel, z.B. in Form einer Fallbeschreibung, oder Artikelausschnitt sowie Fragen an die Gruppe.
- Auch können die Vorlagen Mischformen der o.g. Beispiele sein – bei Fragen hierzu wenden Sie sich an die Dozentinnen.
Teilnahmebeiträge:
Regulär: 159,00 € mit eigener Interpretationsvorlage: 199,00 €
Ermäßigt: 129,00 € mit eigener Interpretationsvorlage: 169,00 €
Bitte verbindlich bis zum 01. Juli 2026 anmelden.
Bitte beachten Sie, dass der Workshop eine Mindestteilnehmerzahl benötigt. Sollte diese nicht erreicht werden, bekommen Sie die Teilnahmegebühr zurückerstattet. Der reguläre Teilnahmebetrag gilt für Teilnehmende mit einem Nettoeinkommen von mindestens 1000 € pro Monat und für alle, deren Teilnahmebeitrag von ihrem Arbeitgeber/einem Institut/einer Stiftung oder Ähnlichem übernommen wird. Bei einer Stornierung der Anmeldung, erheben wir für den Verwaltungsaufwand grundsätzlich eine Gebühr von 15 €. Ab 15 Tage vor dem Workshop können bei Stornierung oder Nicht-Teilnahme noch 20% des Teilnahmebeitrages zurückerstattet werden.
Die Dozentinnen:
Dr. des. Katharina Papke ist akademische Rätin a.Z./Postdoktorandin am Institut für Erziehungswissenschaft der Pädagogischen Hochschule Freiburg, wo sie mitverantwortlich ist für die Forschungswerkstatt Rekonstruktive Inklusions- und Differenzforschung. Sie promovierte kürzlich an der Universität Basel zum Thema unterrichtlicher Kooperation aus Perspektive der Praxeologischen Professionalisierungsforschung. Dabei setzte sie sich neben den Grundlagen einer wissensoziologisch fundierten Profession(alisierung)stheorie vor allem mit der Dokumentarischen Methode im Kontext von Videoanalysen auseinander. Heute bringt sie Seminare im Bereich qualitative Forschungsmethodik aus und forscht zu erziehungswissenschaftlichen Perspektiven auf Autismus sowie Neurodiversität.
Dr. Silke Werner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachstelle Methoden am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich und hier verantwortlich für die qualitative Methodenausbildung am Institut auf BA-, MA- und PhD-Stufe. Seit vielen Jahren leitet sie in dieser Funktion zudem eine Forschungswerkstatt zur Dokumentarischen Methode und berät Doktorierende in methodischen Fragen. Mit der Dokumentarischen Methode ist sie im Rahmen ihrer Disseration zum Thema „Die kooperative Implementationsstrategie. Praxeologische Rekonstruktionen im Kontext didaktischer Interventionsforschung“ erstmals in Berührung gekommen, wo sie Gruppendiskussionen analysierte. Seitdem sind auch Erfahrungen in der dokumentarischen Interpretation von Interviews und punktuell auch von Bildern hinzugekommen.