Forschungsdesigns und Dokumentarische Methode: von der Idee zur Rekonstruktion

Kalender
Workshops 2026
Datum
17.06.2026 09:00 - 17:00

Beschreibung

Forschungsdesigns und Dokumentarische Methode: von der Idee zur Rekonstruktion

Mittwoch, 17. Juni 2026,
9-17 Uhr
Ort: online

Dozentin: Hannah Cramer, M.A. (Universität Witten/Herdecke)

Die dokumentarische Methode bringt Herausforderungen mit sich, die nicht erst im Auswertungsprozess beginnen. Die Idee für ein qualitatives Projekt steht, die dokumentarische Methode wirkt vielversprechend – aber was heißt das konkret für das Forschungsdesign? Die Methode wird manchmal vornehmlich als Auswertungsverfahren aufgefasst, während insbesondere Forschungsfrage, aber auch Sampling oder Leitfäden eher „allgemein qualitativ“ geplant werden. Spätestens in der Auswertung zeigt sich dann, dass Methode und Forschungsdesign nicht ganz zusammenpassen. 

Der Workshop setzt an dieser Stelle an: Im Zentrum steht die Frage, wie Forschungsfrage, Sampling und Erhebungsdesign so konzipiert werden können, dass sie der Offenheit gegenüber noch unbekanntem Orientierungswissen gerecht werden und zugleich eine tragfähige Grundlage für die spätere komparative Rekonstruktion bilden. 

Passt die dokumentarische Methode zu meinem Erkenntnisinteresse? Wie formuliere ich Forschungsfragen, die nicht Inhalte fixieren, sondern einen praxeologischen Suchraum umreißen? Wie lässt sich ein Sampling begründen, obwohl die relevanten Vergleichsdimensionen noch nicht vollständig bekannt sind, da sie sich erst aus der Rekonstruktion ergeben? Und wie gestalte ich Leitfäden und Erhebungssettings so, dass sie die Herstellung von Praxis im Sinne der Forschungsfrage überhaupt empirisch sichtbar machen?

Nach einer theoretischen Hinführung zum Forschungsparadigma der dokumentarischen Methode, die auf der praxeologischen Wissenssoziologie basiert, arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen an ihren Vorhaben – vom ersten Erkenntnisinteresse oder einem Projektentwurf bis zum Exposé. Anhand von Reflexionsfragen schärfen sie gemeinsam im Austausch mit Gruppe und Workshopleitung Forschungsfrage, Sampling und Erhebungsdesign. So entsteht bestenfalls eine Passung zur dokumentarischen Methode, auf der die spätere Auswertung konsequent aufbauen kann, statt im Nachhinein methodische Brüche ausgleichen zu müssen.

Der Workshop ist auf 10 Teilnehmer:innen begrenzt.

Die Teilnehmenden werden gebeten, zwei Wochen vor Workshopbeginn ein Forschungsinteresse oder Kurzexposé einzureichen (jeweils bitte nur eine Seite, max. 3 Seiten). So kann sich die Workshopleitung entsprechend auf die individuellen Anliegen vorbereiten.

Bitte verbindlich bis zum 27. Mai 2026 anmelden.

Teilnahmebeitrag:

Regulär: 99,00 €
Ermäßigt: 79,00 €

Bitte beachten Sie, dass der Workshop eine Mindestteilnehmerzahl benötigt. Sollte diese nicht erreicht werden, bekommen Sie die Teilnahmegebühr zurückerstattet. Der reguläre Teilnahmebetrag gilt für Teilnehmende mit einem Nettoeinkommen von mindestens 1000 € pro Monat und für alle, deren Teilnahmebeitrag von ihrem Arbeitgeber/einem Institut/einer Stiftung oder Ähnlichem übernommen wird. Bei einer Stornierung der Anmeldung, erheben wir für den Verwaltungsaufwand grundsätzlich eine Gebühr von 15 €. Ab 15 Tage vor dem Workshop können bei Stornierung oder Nicht-Teilnahme noch 20% des Teilnahmebeitrages zurückerstattet werden.

Die Dozentin:
Hannah Cramer: Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Soziologie, Universität Witten/Herdecke. Forschungsschwerpunkte: Rekonstruktive Organisationsforschung insbesondere im Feld der psychosomatischen Therapie; Organisationssoziologie, Kybernetik, Systemtheorie, Konfliktforschung.

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